Und
was wird aus dem guten alten UKW?
Im März 2001 stimmte der Bundesrat der Frequenzteilungsverordnung
der Bundesregierung zu. Und so wird DAB eines schönen
Tages UKW ablösen. UKW ist schließlich mit
seinen 50 Jahren auf dem Buckel auch schon leicht angestaubt.
Der Empfang von UKW hat sich im Laufe der Jahre sogar
verschlechtert. Der Grund: Immer mehr Sender drängeln
sich auf dem schmalen, begrenzten Band. Wer jetzt aber
schon von der digitalen Radiowelt träumt wird herb
enttäuscht: DAB hat bei weitem noch nicht das Frequenzspektrum
zur Verfügung, um die UKW-Landschaft nachzubilden.
Dies soll erst bis zum Jahre 2010 erreicht werden. Geplant
ist dann auch eine Abschaltung von UKW im Jahre 2015.
In der Geschwindigkeit der heutigen Informationswelt gerechnet,
ist das Schneckentempo. Wenn man bedenkt wie schnell sich
die CD oder jetzt die DVD durchgesetzt hat, kaum vorstellbar
langsam. Zu hoffen bleibt jedoch, dass es auch schneller
gehen könnte, denn bevor sich die genervten Radiohörer
ganz vom Radio abwenden, werden die Verantwortlichen vielleicht
doch noch einen Zahn zulegen.
Und
was kostete die neue Radiowelt?
DAB ist nicht teuer. Heimempfänger (www.videologic.de)
liegen so um die 800 bis 1000 Mark, werden aber sicher
noch billiger. Selbst für den PC sind schon Einsteckkarten
erhältlich (www.terratec.de).
Autoradios liegen ebenfalls so um die 800 Mark. Die Auswahl
an Geräten ist schon ganz beachtlich. Es dürften
an die 100 verschiedene Geräte sein. Die meisten
davon sind noch zusätzlich mit einem UKW-Empfangsteil
ausgerüstet, so dass der Hörer in keinem Fall
im Regen steht, beim Radiohören. Zum Empfang braucht
der Hörer übrigens nur eine kleine Stabantenne,
die er im Zimmer aufstellen kann.
Innovative
Geräte kommen
Interessante Geräte kündigen sich nun auch schon
zum totalen Musikgenuß an: So hat Blaupunkt zur
diesjährigen Funkausstellung in Berlin eine Autoradio
mit DAB-Empfang und MP3-Abspielmöglichkeit vorgestellt.
Das Woodstock DAB 52 kann außer DAB-Empfang zusätzlich
Audio-CDs, MP3-CS und MP3-Songs von Multi-Media-Cards
wiedergeben. Geballte Musikpower also. Der Hersteller
hat sogar an einen TMC-Datenausgang (Travel Massage Channel)
für einen Navigationsrechner gedacht. So soll eine
dynamische Navigation mit Stauerkennung möglich sein.
Auch bei Grundig und Pioneer wird der DAB-willige Autofahrer
fündig: Beide Hersteller führen schon entsprechende
Geräte im Programm.
Holger Landau (hl)